Jenaer Hundeverein DSH 1908 zeigt Erziehung durch Spiel
Porträt
Sabine Winter und Airedale-Terrier
Joe, Liane Bienert mit Hovawart Quito, Sandra Zmorek mit
Sky, Christel Dausel mit dem Riesenschnauzer Franz und Anna
Mohring mit dem Malinois Gero (v.l.) treffen sich jeden
Samstag auf dem Hundesportplatz. Foto: Anne Zeuner
Gespannt sitzt Quito neben Frauchen und wartet auf ein Kommando.
Liane Bienert wirft eine sogenannte Beißwurst über eine Hürde
und ruft "Hol!" Jetzt geht es los für den Hovawart.
Jena. Einmal gebellt, Anlauf
genommen und schwupps über die Hürde, das Spielzeug holen. Einmal im
Maul, bringt Quito es zu Frauchen
zurück und setzt sich neben sie. Nun wird damit gespielt. Als
Belohnung.
Es ist Samstag, 14 Uhr, auf dem Vereinsgelände des Jenaer Vereins
DSH 1908 - des Deutschen Schäferhundevereins in der Nähe der
Ringwiese. Jeden Samstag treffen sich hier 15 bis 20 der insgesamt
27 Mitglieder des Vereins, um mit ihren Hunden zu trainieren. Aber
man trifft hier nicht etwa nur auf Schäferhunde - von Hundedame
Quenn, einer deutschen Dogge und somit der größten Hunderasse, bis
hin zum kleineren Sky, einem Mischlingsrüden - treffen die
verschiedensten Hundecharaktere aufeinander.
Ziel der Menschen-Hunde-Duos sind das Ablegen einer Prüfung und die
Teilnahme an Wettbewerben. "Der erste Schritt nach der Welpenstunde
sind die Begleithundprüfung und der Teamtest", sagt die Vorsitzende
des Vereins, Sabine Winter.
Der Teamtest sei noch etwas freier, man müsse kein Mitglied sein, um
diese Ausbildung zu machen. Die ersten Lernziele seien: Sitz-,
Platz-, und Bleib-Übungen. Auch das Laufen an der Leine und das
Verhalten in einer Gruppe werden geübt. Entscheidet sich der
Hundefreund für die Begleithundprüfung, wird schon etwas genauer
hingeschaut, ob die Kommandos sitzen.
Es ist der Einstieg in den Gebrauchshundesport. Und im Jenaer DSH
konnten schon einige Erfolge gefeiert werden.
Anna Mohring etwa war schon dreimal mit Hundedame Brenda
bei den Jugendmeisterschaften dabei. Ihr Vater
Mario Mohring agiert als Trainer auf dem Hundesportplatz.
Er beobachtet die Kommandos der Hundeführer und gibt Tipps, wenn der
Hund kleine Fehler macht. Belohnt werden die felligen Freunde mit
Spielen. "Das fördert die Bindung zwischen Hund und Mensch", sagt
Sabine Winter. Mit Futter und Leckerli könne man Welpen gut
locken, aber die meisten älteren Hunde freuen sich mehr über das
gemeinsame Herumtoben mit Frauchen oder Herrchen. Dem Hund macht das
Training Spaß. "Er wird dabei geistig gefördert", sagt
Sabine Winter.
Auch eine Welpenstunde für Hunde zwischen neun Wochen und
einem dreiviertel Jahr bietet der Verein an. Hier stehen das Spielen
und das "Beschnüffeln" im Vordergrund. Die Hunde treffen zum ersten
Mal auf andere Rassen. Sabine Winter
wünscht sich, dass auch Besitzer von kleineren Hunderassen die
Welpenstunden mehr nutzen.
So ein Training der fortgeschrittenen Hunde könne schon einmal
bis zum Abend dauern. Auf dem Platz trainieren stets zwei Hunde
gleichzeitig. Einer muss im Hintergrund frei liegen bleiben, der
andere übt Kommandos. Der Rest der Hunde wartet in Boxen auf seinen
Einsatz. Die Herrchen und Frauchen stehen in einem bunten Haufen am
Rand, beobachten das Geschehen und tauschen sich aus. So ein Hund
verbindet eben. Viele sind schon seit Jahrzehnten dabei, so etwa die
fast 80-jährige Christa Pein. Leider gibt es in den letzten Jahren
wenig Nachwuchs. Sabine Winter
würde sich wünschen, dass in Zukunft mehr Jugendliche und Kinder mit
ihren Hunden Spaß an der Ausbildung finden würden, sagt sie.
Mit etwa acht Jahren gehen die Hunde in "Rente". Dann eigne sich
etwa das Fährtenlesen, wofür es auch Wettbewerbe gibt. "Das kann bis
ins hohe Hundealter gemacht werden."
Anne Zeuner /
24.10.11 / TLZ
2010
Nach einigen Jahren der "Abstinenz" war unser Verein am vergangenen
Samstag mal wieder in den Lokalteilen der TLZ und OTZ vertreten.
Für alle Interessierten Leser, hier der komplette Artikel:
Eine große Runde ist
auch gut für Herrchen
Der beste Freund des
Menschen ist und bleibt der Hund - erst recht wenn er so treu
dreinschauen kann. Fotos (3): tlz/Lutz Prager Jena. (tlz) Spitze
Stehohren, gestreckte Schnauze; vom Wesen her ausgeglichen,
selbstsicher, aufmerksam und gutartig - so soll der Deutsche Schäferhund
sein.
Die dreijährige Aika kommt diesem Ideal ziemlich
nahe. Ausgelassen tobt die Hündin auf dem verschneiten Übungsgelände des
Hundesportvereins "DSH 1908 Jena" am Rande der Ringwiese umher.
Jaqueline und Maik Rzymski holten sich das Energiebündel 2007 als Welpen
nach Hause.
"Wir hatten vorher schon 13 Jahre einen
Münsterländer, aber die Aufzucht eines Welpen ist eben doch etwas
anderes. Da gibt es tausend Fragen", sagt die Verkäuferin. Antworten
fand das Ehepaar im Hundesportverein bei erfahrenen Haltern. Die
Rzymskis blieben und gehören heute zum festen Kern der 29 Mitglieder
zählenden Hobby-Gemeinschaft.
Neben dem Spaß beim Training mit den Tieren jeden
Dienstag (16.30 Uhr) und Sonnabend (13.30 Uhr), schätzen die Mitglieder
das familiäre Vereinsleben. Mehrmals im Jahr fahren die Jenaer
Hundesportler zu Wettkämpfen - Lagerfeuerromantik beim Camping
inklusive.
Dass neben der Geselligkeit der Sport nicht zu kurz
kommt, unterstreicht die Pokalsammlung im Vereinsheim. In den
vergangenen drei Jahren haben die Saalestädter immer wieder Tickets zur
Deutschen Meisterschaft gelöst, was bei vier maximal möglichen Startern
des ostdeutschen Verbandes SGSV allein schon ein Erfolg ist. Die
18-jährige Anna Mohring holte 2007 den Deutschen Jugendmeistertitel und
2008 die Vizemeisterschaft. In der Erwachsenenklasse ging Uwe Reil (50)
2008 und 2009 an den Start, und Jürgen Schwanke vertrat die Jenaer
Farben im vergangenen Jahr bei den Fährtenhundemeisterschaften.
Der Deutsche Schäferhund als Namensgeber des Vereins
spielt heute allerdings nur noch eine untergeordnete Rolle. Sein
belgischer Verwandter ist im DSH 1908 Jena die dominierende Rasse. "Der
Deutsche Schäferhund hat durch Überzüchtung viel von seiner
Leistungsfähigkeit verloren und leidet vermehrt an Hüftkrankheiten",
erklärt Vereinsvorsitzende Sabine Winter den Wandel. Die
Rettungsassistentin und zweifache Mutter hält zu Hause zwei englische
Airdale Terrier, eine Hündin und einen Rüden. "Wir sind für alle Rassen
offen. Auch Mischlinge sind bei uns gern gesehen", so die Vorsitzende.
Erstmals bietet der Verein in diesem Jahr einen
Anfängerkurs an, der am 23. Januar um 10 Uhr startet. "In zehn
Unterrichtseinheiten lernen Halter und Hund alle wichtigen
Grundkommandos", sagt Maik Rzymski.
Zeit muss man für einen Vierbeiner in jedem Fall haben. Schäferhunde wie
Aika wollen einmal am Tag eine große Runde laufen. Das dauert mindestens
eine Stunde und ist gut für die Figur des Herrchens, weiß Maik Rzymski.
Seine Frau schätzt am Hund die gute Laune: "Da kann man noch so kaputt
von der Arbeit kommen. Aika empfängt mich immer freundlich."